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LANDSLIDE / LONGSOR / ERDRUTSCH / ดินถล่ม





Eine Ausstellung von Samuel Johnstone, Pisitakun Kuantalaeng, Ariel William Orah & Kollaborateur:innen

Präsentiert von Soydivision

Eröffnung: 18. April 2025 | 19:00 | Novilla, Berlin

ÖFFNUNGSZEITEN

Sa. u. So.: 15 bis 18 Uhr

Sowie nach telefonischer

Vereinbarung: 0177 3154530



Wenn der Boden sich verschiebt – was hält uns zusammen?


LANDSLIDE – oder longsor auf Indonesisch, Erdrutsch auf Deutsch und ดินถล่ม (din tha-lom) auf Thailändisch – ist mehr als nur eine Naturkatastrophe. Es ist ein Bruch. Eine Umformung. Ein Moment des Zusammenbruchs, der uns dazu auffordert, den Boden, auf dem wir stehen, neu zu denken.

Als Metapher für natürlichen Kollaps und gesellschaftliche Instabilität nutzt dieses kollaborative Projekt Klang, Erinnerung und Erfahrungen von Verdrängung, um zu untersuchen, wie wir Krisen begegnen – und wie wir gemeinsam neu aufbauen können.

LANDSLIDE ist im Rahmen der laufenden Residenz von Soydivision bei Novilla in Zusammenarbeit mit Moving Poets e.V. entstanden – als kollektive Antwort auf die Brüche unserer Zeit: erzwungene Migration, politische Instabilität und ökologische Krisen. Gleichzeitig ist die Ausstellung ein hoffnungsvoller Impuls für neue Formen des Zusammenlebens, der Anpassung und gegenseitigen Fürsorge.



Eine klangliche Topografie von Verdrängung, Erinnerung und Resilienz


LANDSLIDE versammelt Künstler:innen und Kollaborateur:innen, deren Praxis sich mit den vielschichtigen Verbindungen von Verdrängung, Zugehörigkeit, Ökologie und Transformation auseinandersetzt – durch das Medium Klang. Für alle drei beteiligten Künstler steht der Klang im Zentrum ihrer künstlerischen Arbeit – als Mittel des Erzählens, des Widerstands und der Verbindung. Alle drei leben heute in Berlin-Schöneweide – einem Stadtteil, dessen Geschichte von industriellem Aufstieg, Migration und Wandel geprägt ist. Ihre räumliche Nähe ist nicht nur geografisch, sondern Ausdruck einer geteilten, verkörperten Auseinandersetzung mit Ort, Erinnerung und den klanglichen Echos des Dazwischen.

Der Ausstellungsort Novilla trägt selbst eine vielschichtige Geschichte in sich: Einst eine private Villa der Familie eines Textilfabrikanten im "Elektropolis"-Zeitalter Schöneweides, diente sie später als Verwaltungsgebäude im Krieg, stand jahrelang leer und wurde schließlich zu einem Kulturort transformiert. Novilla ist daher nicht nur ein Raum, sondern ein aktiver Teil der erzählten Geschichte – ein Echo dessen, was LANDSLIDE verhandelt: Bruch, Wandel und Wiederaneignung.

Anstatt festgelegte Narrative zu präsentieren, entfaltet sich LANDSLIDE als ein lebendiges, sich wandelndes Erlebnis – eine Einladung, tiefer zuzuhören: auf persönliche wie kollektive Resonanzen. Die Ausstellung stellt Fragen wie:
Was bedeutet es, Halt zu finden in einem Ort, der sich ständig verändert?
Wie tragen Körper Erinnerungen über Entfernungen hinweg – durch Stimme, Rhythmus, Stille und Klang?
Kann Zuhören zu einer Form der Kartografie werden – ein Weg, mit Verdrängung und ökologischer Unsicherheit umzugehen?
Und wie können wir auf Brüche antworten – nicht mit Abgrenzung, sondern durch Beziehung und Fürsorge?



DIE KÜNSTLER:INNEN & KOLLABORATEUR:INNEN


🎙️ Samuel Johnstone


S

amuel Johnstone ist ein Klangkünstler aus Großbritannien/Deutschland, dessen Arbeiten sich auf ökologische Forschung und experimentelle Klangkomposition konzentrieren. Er nutzt Klang als Mittel künstlerischer Forschung, um die Verflechtungen menschlicher Aktivität mit natürlichen Räumen zu untersuchen. Seine Werke wurden u. a. in der Hellerau Festspielhaus Dresden, im Konzerthaus Berlin und beim Frequenz Festival Kiel präsentiert. Er ist künstlerischer Forschungsassistent am KreativInstitut.OWL und Gründer von unmusic, einer Plattform für experimentelle Klangprojekte.



Pisitakun Kuantalaeng


P

isitakun ist bildender Künstler und Musiker aus Bangkok, Thailand. Seit 2014 entwickelt er klangkünstlerische Arbeiten, die politische Spekulation, soziale Frustration und thailändische Geschichte miteinander verweben. Seine Musik mischt synthetische Klänge mit traditionellen Instrumenten und sozialem Kommentar. Sein Debütalbum Black Country (2016) beschäftigt sich mit der Situation Thailands nach dem Militärputsch von 2014. Pisitakuns Praxis geht über Kritik hinaus – sie hinterfragt universelle Werte mit künstlerischer Vehemenz.


Photo by Leonor


🌊 Ariel William Orah

A
Ariel William Orah ist ein indonesischer Künstler und Community-Aktivist mit Sitz in Berlin. Seine interdisziplinäre Praxis bewegt sich zwischen Performance, Klangkunst und sozial engagierten Formaten. Seine Arbeit beschäftigt sich mit Themen wie Verdrängung, kultureller Identität und systemischer Ungleichheit. Er ist Mitbegründer von Soydivision, dem Think-Tank Mutating Kinship Lab und dem klangbasierten Kollektiv L-KW.

Photo by Camila de Abreu

🤝 Weitere Mitwirkende:


Vasily Ratmansky, Pia Achternkamp, Maximilian Kupf, Irene Ricardo


PROGRAMMHIGHLIGHTS

Freitag, 18. April
🕔 17:00 – Workshop: Industrieabfälle "Propaganda" #1
→ Materialsammlung, Kiez-Tour & Bewegungssession
→ Leitung: Irene Ricardo (mit IndustrieSalon Schöneweide)
→ Anmeldung: littlestrategies@gmail.com

🎶

19:00 – Vernissage / Opening Night: Empathonic x Novilla


→ Live-Konzert mit:
Samuel Johnstone & Vasily Ratmansky
Pisitakun Kuantalaeng
Ariel William Orah
Pia Achternkamp
Maximilian Kupi
→ Mit Unterstützung von Musicboard Berlin


Sonntag, 27. April
🕚 11:00 – Workshop: Industrieabfälle "Propaganda" #2
→ Radioproduktion & Klangworkshop mit Ariel William Orah
→ In Zusammenarbeit mit dem IndustrieSalon Schöneweide
→ Anmeldung: saya@arielorah.com


Samstag, 10. Mai
🕓 16:00 – Sound Foraging Workshop
→ Leitung: Samuel Johnstone

🌙 20:00 – Öffentliche Veranstaltung mit Pisitakun
→ Konzert + Künstlergespräch


Sonntag, 18. Mai
🕖 19:00 – Finissage: Food Performance
→ Kulinarisch-klangliche Performance mit Pisitakun Kuantalaeng & Ariel William Orah




Förderinstitutionen & Danksagung


  • Das Eröffnungskonzert ist Teil von Empathonic 2025 Part 1 und wird gefördert von Musicboard Berlin.

  • Der Radio-Workshop von Ariel William Orah und Irene Ricardo findet in Kooperation mit dem IndustrieSalon Schöneweide statt und wird gefördert von der Jugend- und Familienstiftung des Landes Berlin.

  • Das Werk Gurita Suara von Ariel William Orah wird teilweise durch das Klangkunst-Arbeitsstipendium des Berliner Senats gefördert.

  • Das Projekt SADISSONANZ, eine Zusammenarbeit zwischen Ariel William Orah, Maximilian Kupf und Pia Achternkamp, wird unterstützt durch Musikfonds e.V., das Reisestipendium des Berliner Senats 2023, die Rakarsa Foundation, die GREY Gallery Bandung und das Goethe-Institut Bandung.

  • Soil Loop von Samuel Johnstone ist ein Forschungsprojekt, realisiert am KreativInstitut.OWL.

  • Three Sounds of Revolution von Pisitakun Kuantalaeng wurde im Rahmen seines DAAD-Stipendiums in Berlin 2023 initiiert.

  • Alle weiteren Programmkosten – darunter Ausstellungsmaterialien, Raummiete, Workshop von Samuel Johnstone, öffentliches Programm von Pisitakun Kuantalaeng, das kulinarische Konzert von Ariel William Orah & Pisitakun, sowie Werbematerialien – wurden gemeinschaftlich und im DIY-Geist durch die Kooperation von Soydivision und Moving Poets e.V. organisiert.


👉 Daher freuen wir uns sehr über jede Spende zur Unterstützung dieser verbleibenden Ausgaben.