(scrolled down for DE text)
At the beginning of this year, two incidents of book burning occurred directly in front of the entrance of Novilla, an art space in Berlin-Schöneweide.
The first incident took place on 7 January.
The second occurred on 4 February.
Both targeted the neighborhood book exchange shelf located outside the main entrance of the building.


About the Space
Novilla is an art space owned by the City of Berlin. It houses multiple studio spaces for artists, including sound and interdisciplinary practitioners, and a project space on the first floor operated by Moving Poets e.V.
I am one of the studio tenants at Novilla and a recipient of a studio grant. My studio is located in this building. I am also a member of the Moving Poets association, which organizes exhibitions, performances, and public programming in the first-floor gallery and multifunctional space.
Since 2023, my artistic platform sōydivision has been collaborating closely with Moving Poets at Novilla through exhibitions, performances, discursive formats, and collective gatherings.
We are currently preparing to intensify this collaboration, following the securing of support for a new two-year curatorial framework TRUSTPICTION.
The Incidents
The first book burning on 7 January was witnessed by my studio colleague Pisitakun.
The second incident on 4 February was witnessed and documented by his partner Zoe.
At the same location, far-right stickers were found targeting LGBTQ+ communities, leftist and antifascist spaces, migrants, and cultural initiatives. Nationalist symbols associated with right-wing propaganda were also present. These markings were placed directly at the site of the burned books.



They indicate ideological intimidation.
An official police report has been filed.
Previous Incidents
These events do not stand entirely alone.
Over the past years, there have been additional incidents in and around the building and neighborhood, including racist verbal harassment, vandalism against shared property, and damage to the book exchange shelf.
While each incident may appear minor in isolation, together they form a concerning pattern of hostility.
Context: TRUST & SUSPICION (Trustpiction)
The incidents occurred at a significant moment for soydivision.
Following years of structural precarity in the cultural sector, soydivision secured support for a new two-year curatorial framework titled:
TRUST & SUSPICION (Trustpiction)
This framework focuses on collective knowledge production, archiving, broadcasting, and co-learning practices, particularly within migrant, BIPOC, and marginalized artistic communities.
One of the first steps of this year has been the occupation of a room within Novilla as a collective lab and study space. This room is being developed as:
- a radio and broadcasting infrastructure
- a DIY zine and self-publishing space
- a study group and archival platform
- a site for documentation and shared reflection
In short, a space dedicated to producing and sharing knowledge.
The timing is stark. At the moment we begin building infrastructure for collective knowledge-making, books are burned outside the same building.
One act attempts erasure.
The other insists on presence.
Moving Forward
We refuse to normalize these acts.
Instead, we continue.
From the last week of February until the first week of March, soydivision will host the soft launch of the two-year framework at Novilla. The program will begin with the activation of the radio and publishing lab and culminate in a public gathering on 7 March.
We extend solidarity to Moving Poets, to the studio community at Novilla, and to all cultural workers and neighbors committed to shared knowledge, coexistence, and democratic space.
We remain here.
We continue sparks more colors
Ariel Orah
Founder, sōydivision
Photo by Ariel Orah, Pisitakun Kuantalaeng, and Zoe
DE
Deutsche Übersetzung
Zu Beginn dieses Jahres kam es direkt vor dem Eingang von Novilla, einem Kunstraum in Berlin-Schöneweide, zu zwei Vorfällen von Bücherverbrennungen.
Der erste Vorfall ereignete sich am 7. Januar.
Der zweite folgte am 4. Februar.
Beide richteten sich gegen das Nachbarschafts-Büchertauschregal, das sich vor dem Haupteingang des Gebäudes befindet.
Über den Ort
Novilla ist ein Kunstraum im Eigentum des Landes Berlin. Das Gebäude beherbergt mehrere Atelierflächen für Künstlerinnen, darunter Klang- und interdisziplinär arbeitende Praktikerinnen, sowie einen Projektraum im ersten Stock, der von Moving Poets e.V. betrieben wird.
Ich bin einer der Ateliermieterinnen in Novilla und Empfänger*in eines Atelierstipendiums. Mein Atelier befindet sich in diesem Gebäude. Zudem bin ich Mitglied des Vereins Moving Poets, der Ausstellungen, Performances und öffentliche Programme in der Galerie und dem multifunktionalen Raum im ersten Stock organisiert.
Seit 2023 arbeitet meine künstlerische Plattform sōydivision eng mit Moving Poets in Novilla zusammen – durch Ausstellungen, Performances, diskursive Formate und kollektive Zusammenkünfte.
Derzeit bereiten wir eine Intensivierung dieser Zusammenarbeit vor, nachdem die Förderung für einen neuen zweijährigen kuratorischen Rahmen mit dem Titel TRUSTPICTION gesichert wurde.
Die Vorfälle
Die erste Bücherverbrennung am 7. Januar wurde von meinem Atelierkollegen Pisitakun beobachtet.
Der zweite Vorfall am 4. Februar wurde von seiner Partnerin Zoe beobachtet und dokumentiert.
Am selben Ort wurden rechtsextreme Aufkleber gefunden, die sich gegen LGBTQ+-Communities, linke und antifaschistische Räume, Migrant*innen sowie kulturelle Initiativen richteten. Zudem waren nationalistische Symbole zu sehen, die mit rechter Propaganda assoziiert sind. Diese Markierungen wurden direkt am Ort der verbrannten Bücher angebracht.
Bücherverbrennungen haben in Deutschland eine spezifische historische Bedeutung. Sie sind eng mit faschistischen und nationalsozialistischen Praktiken verbunden, die darauf abzielten, Wissen auszulöschen, Widerspruch zum Schweigen zu bringen und marginalisierte Gemeinschaften zu verfolgen. In Kombination mit extremistischen Bildsprachen können diese Vorfälle nicht als isolierter Vandalismus verstanden werden.
Sie weisen auf ideologische Einschüchterung hin.
Eine offizielle Anzeige bei der Polizei wurde erstattet.
Frühere Vorfälle
Diese Ereignisse stehen nicht vollständig für sich.
In den vergangenen Jahren kam es im und um das Gebäude sowie in der Nachbarschaft zu weiteren Vorfällen, darunter rassistische verbale Belästigungen, Vandalismus an Gemeinschaftseigentum und Beschädigungen des Büchertauschregals.
Auch wenn jeder einzelne Vorfall für sich genommen gering erscheinen mag, ergeben sie zusammengenommen ein besorgniserregendes Muster von Feindseligkeit.
Kontext: VERTRAUEN & MISSTRAUEN (Trustpiction)
Die Vorfälle ereigneten sich zu einem bedeutsamen Zeitpunkt für sōydivision.
Nach Jahren struktureller Prekarität im Kulturbereich konnte sōydivision eine Förderung für einen neuen zweijährigen kuratorischen Rahmen sichern mit dem Titel:
VERTRAUEN & MISSTRAUEN (Trustpiction)
Dieser Rahmen fokussiert auf kollektive Wissensproduktion, Archivierung, Broadcasting und Co-Learning-Praktiken, insbesondere innerhalb migrantischer, BIPOC- und marginalisierter künstlerischer Communities.
Einer der ersten Schritte in diesem Jahr war die Besetzung eines Raums innerhalb von Novilla als kollektives Labor- und Studierraum. Dieser Raum wird entwickelt als:
- eine Radio- und Broadcasting-Infrastruktur
- ein DIY-Zine- und Selbstverlagsraum
- eine Studiengruppe und Archivplattform
- ein Ort für Dokumentation und gemeinsame Reflexion
Kurz gesagt: ein Raum, der der Produktion und dem Teilen von Wissen gewidmet ist.
Das Timing ist deutlich. In dem Moment, in dem wir beginnen, Infrastruktur für kollektive Wissensproduktion aufzubauen, werden vor demselben Gebäude Bücher verbrannt.
Der eine Akt versucht Auslöschung.
Der andere besteht auf Präsenz.
Ausblick
Wir weigern uns, diese Taten zu normalisieren.
Stattdessen machen wir weiter.
Von der letzten Februarwoche bis zur ersten Märzwoche wird sōydivision den Soft-Launch des zweijährigen Rahmens in Novilla ausrichten. Das Programm beginnt mit der Aktivierung des Radio- und Publishing-Labs und kulminiert in einem öffentlichen Zusammenkommen am 7. März.
Wir bekunden unsere Solidarität mit Moving Poets, mit der Ateliergemeinschaft in Novilla sowie mit allen Kulturschaffenden und Nachbar*innen, die sich für geteiltes Wissen, Koexistenz und demokratische Räume einsetzen.
Wir sind weiterhin hier.
Wir lassen weiter Funken in mehr Farben sprühen.
Ariel Orah
Gründer*in, sōydivision

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